Mehrsprachige Website: Wann sich Englisch oder Französisch für Ostschweizer KMU lohnt

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«Sollten wir unsere Website auch auf Englisch anbieten?» Diese Frage hören wir regelmässig von KMU aus dem Toggenburg, aus Wil und der Region St. Gallen. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an – und zwar weniger auf die einmaligen Übersetzungskosten als auf einen Punkt, der fast immer unterschätzt wird: den laufenden Aufwand. Dieser Artikel hilft Ihnen bei einer nüchternen Abwägung, statt Ihnen einfach eine zweite Sprachversion zu verkaufen.

Der unterschätzte Punkt: Sie pflegen künftig zwei Websites

Eine mehrsprachige Website ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Dauerauftrag. Jede Textänderung, jedes neue Angebot, jeder Blogartikel und jede Preisanpassung fällt ab sofort doppelt an – in beiden Sprachen, idealerweise gleichzeitig. In der Praxis passiert ohne klare Zuständigkeit meist Folgendes: Die deutsche Seite wird gepflegt, die englische veraltet still und leise. Nach zwei Jahren steht dort ein Angebot, das es längst nicht mehr gibt. Eine veraltete Fremdsprachenversion wirkt unprofessioneller als gar keine. Dazu kommt: Auch Suchmaschinenoptimierung, Bildbeschriftungen und Formulare bestehen künftig doppelt – und wollen doppelt aktuell gehalten werden.

Stellen Sie sich darum vor dem Entscheid drei Fragen: Wer übersetzt künftig jede Änderung? Wie schnell? Und wer kontrolliert, dass beide Versionen übereinstimmen? Wenn niemand zuständig ist, lassen Sie das Projekt besser vorerst ruhen.

Wann sich eine zweite Sprache lohnt

Es gibt Konstellationen, in denen Mehrsprachigkeit klar Sinn ergibt – auch für kleinere Betriebe in der Ostschweiz.

Export und internationale Kundschaft

Wer Maschinen, Komponenten oder Dienstleistungen ins Ausland liefert, kommt um Englisch kaum herum. Einkäufer prüfen mögliche Lieferanten heute online, bevor sie überhaupt anfragen. Eine rein deutsche Website beendet diese Prüfung früh.

Tourismus und Gastgewerbe

Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und Erlebnisangebote in Tourismusregionen erreichen mit Englisch ein deutlich grösseres Publikum. Gäste buchen dort, wo sie verstehen, was sie bekommen – von der Zimmerbeschreibung bis zu den Stornobedingungen. Wer zusätzlich regelmässig Gäste aus der Romandie empfängt, prüft Französisch am besten gleich mit.

Französisch für den Schweizer Heimmarkt

Wer Kundschaft in der Romandie hat oder dorthin expandieren will, braucht Französisch. Westschweizer Kundschaft erwartet, in ihrer Sprache angesprochen zu werden – Englisch als Ersatz kommt dort schlecht an. Dasselbe gilt für Ausschreibungen und Geschäftsbeziehungen über den Röstigraben hinweg.

Daneben kann eine zweite Sprache sinnvoll sein, wenn ein erheblicher Teil Ihrer lokalen Kundschaft Englisch besser versteht als Deutsch – etwa internationale Fachkräfte, die in der Region leben und arbeiten.

Wann Sie besser bei einer Sprache bleiben

Hand aufs Herz: Die Schreinerei in Bütschwil, die Physiotherapie in Wil oder der Malerbetrieb in Wattwil bedient Kundschaft aus einem Umkreis von zwanzig, dreissig Kilometern – und diese Kundschaft spricht Deutsch. Eine englische Version bringt hier keinen erkennbaren Geschäftsnutzen, kostet aber laufend Zeit und Geld. Investieren Sie dasselbe Budget besser in gute deutsche Texte, aktuelle Fotos oder eine bessere Auffindbarkeit bei Google – dort liegt für lokal tätige KMU deutlich mehr Potenzial.

Ein pragmatischer Mittelweg: eine einzelne englische Übersichtsseite mit dem Wichtigsten zu Firma und Angebot. Das deckt gelegentliche internationale Anfragen ab, ohne dass Sie eine komplette zweite Website pflegen müssen.

Die technische Umsetzung: sauber oder gar nicht

Fällt der Entscheid für Mehrsprachigkeit, muss die Technik stimmen. Sonst entstehen Probleme bei Suchmaschinen und bei den Besuchern. Eine saubere Basis erspart Ihnen später teure Korrekturen – und stellt sicher, dass beide Sprachversionen bei Google überhaupt eine Chance haben. Die wichtigsten Punkte:

  • Getrennte URLs: Jede Sprachversion braucht eigene Adressen, etwa ihrefirma.ch/en/ für die englischen Seiten. Nur so können Suchmaschinen beide Versionen sauber erfassen und gezielt ausspielen.
  • hreflang-Auszeichnung: Dieses technische Signal teilt Suchmaschinen mit, welche Seite zu welcher Sprache gehört. Fehlt es, konkurrenzieren sich Ihre eigenen Sprachversionen gegenseitig in den Suchresultaten.
  • Sichtbare Sprachwahl: Die Umschaltung gehört gut auffindbar in den Kopfbereich – und sollte auf die übersetzte Version der aktuellen Seite führen, nicht zurück auf die Startseite.
  • Vollständigkeit: Auch Menüs, Buttons, Formulare und rechtliche Texte gehören übersetzt. Halb übersetzte Seiten wirken unfertig.

Schlechte Übersetzungen schaden mehr als keine

Maschinelle Übersetzung ist heute erstaunlich brauchbar – als Ausgangspunkt. Ungeprüft veröffentlichen sollten Sie sie nicht. Denn wer auf Englisch oder Französisch verkauft, wird in dieser Sprache beurteilt. Holprige Formulierungen und falsche Fachbegriffe wecken Zweifel an der Sorgfalt des ganzen Betriebs: Wer bei der Website schludert, schludert vielleicht auch beim Produkt – so denkt Kundschaft, ob fair oder nicht. Lassen Sie übersetzte Texte darum immer von einer Person prüfen, die sowohl die Sprache als auch Ihr Fachgebiet versteht. Besonders heikel sind Preise, technische Angaben und rechtliche Inhalte.

Häufige Fragen

Was kostet eine zweite Sprachversion?

Eine seriöse Pauschalantwort gibt es nicht – der Aufwand hängt vom Seitenumfang, von der Technik und davon ab, wer übersetzt. Bei einer kompakten Firmenwebsite bleibt er überschaubar, bei einem Shop mit vielen Produkten wird er schnell gross. Wichtiger als der einmalige Betrag sind die laufenden Kosten für die Pflege beider Versionen. Wir rechnen Ihnen beides transparent vor; eine Orientierung zu unseren Paketen finden Sie auf der Preisseite.

Reicht eine automatische Übersetzung per Plugin?

Als Verständnishilfe für Besucher ja, als Aushängeschild Ihres Unternehmens nein. Automatisch übersetzte Texte ohne menschliche Kontrolle enthalten regelmässig Fehler bei Fachbegriffen und Redewendungen – genau dort, wo es um Vertrauen geht. Für wichtige Seiten lohnt sich die geprüfte Übersetzung.

Englisch oder Französisch zuerst?

Folgen Sie Ihrer Kundschaft, nicht dem Bauchgefühl. Exportieren Sie oder bedienen Sie internationale Gäste, ist Englisch meist die erste Wahl. Liegt Ihr Wachstum in der Romandie, gehört Französisch zuerst auf die Website. Ein Blick auf die Herkunft Ihrer bisherigen Anfragen liefert die ehrlichste Antwort.

Sind Sie unsicher, ob sich der Schritt für Ihr Unternehmen rechnet? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir Ihre Situation gemeinsam an – und sagen Ihnen auch dann offen unsere Meinung, wenn sie lautet: «Warten Sie damit noch.» Ein klarer Entscheid heute erspart Ihnen Jahre halbherziger Pflege. Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie unter Webdesign.

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